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„Mit INDECT kann man Tote vermeiden“


„INDECT hätte geholfen, die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg zu verhindern“

Wir alle erinnern uns an die Katastrophe die sich am 24.07.2010 in Duisburg ereignet hat. 21 Besucher verlieren ihr Leben, weit über 500 werden verletzt. Aus der EU-Kommission verlautet nun, wenige Tage nach dem sich der Tag des Unglücks jährt, dass man genau diese Situation mit dem EU-Projekt INDECT hätte vermeiden können. Der Artikel auf den ich mich dabei beziehe findet sich hier.

An Dreistigkeit kaum zu überbieten

Man ist es ja nun schon fast gewohnt, dass alle nur dagewesenen Unglücke dieser Größenordnung seitens der Politik dazu herangezogen werden, die Implementierung neuer „Ideen“ oder „Gesetzesentwürfe“ zu legitimieren. Dass Antonio Tajani, rechtskonservatives Mitglied der Europäischen Kommission, sich aber auf dieses Niveu herablässt, bereits durch Untersuchungen und Gutachten belegte Fakten aus dem Zusammenhang zu reissen, ist bezeichnend. Mit allen Mitteln wird versucht, das umstrittene INDECT Projekt gesellschaftsfähig zu machen. Dass die Opfer und deren Angehörige damit auf subtile Weise verhöhnt werden, scheint Tajani dabei egal zu sein. Bewusst ist es ihm ganz sicher.

„Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien“

Gehen wir kurz zurück zu den eigentlichen Tatsachen. Rolf Cebin, mittlerweile „pensionierter“ Polizeichef der Stadt Duisburg, hatte bereits im Vorfeld massiv davor gewarnt, die Loveparade in Duisburg auszurichten. Seine Gründe waren insbesondere, dass Sicherheitsmängel bestünden und er als Poizeichef die Sicherheit der Besucher nicht gewährleisten könne. Die Antwort kam prompt, in diesem Fall von Thomas Mahlberg (CDU), der in seinem Brief  an den ehemaligen Innenminister Dr. Ingo Wolf die Neubesetzung des Postens des Polizeichefs erbittet. Die Gründe dafür lassen sich dem Brief entnehmen.

Auch ist der Anlage 34 des Endberichtes der stadt Duisburg zu entnehmen, dass das Gelände für eine Besucherzahl von 250.000 Menschen ausgelegt – und eine Veranstaltung auch nur für diese Teilnehmerzahl erlaubt wurde. Ebenfalls zu entnehmen ist, dass weit mehr als 400.000 Menschen die Loveparade 2010 besucht haben.

Auch die 1301 eingeplanten Ordner konnte die Stadt Duisburg nicht bereitstellen: 527 erschienen erst gar nicht zum Dienst. Ein Grund die Veranstaltung abzusagen war das für die Verantwortlichen mitnichten, auch die für die Sicherheit zuständigen Unternehmen Unternehmen R.A.D., SMS Security, CCS Security, sowie die Essener Firmen Challenge Security und der Wach- und Schutzdienst Kötter haben es offenbar nicht für nötig erachtet, diese absolute Sicherheitsunterversorgung als Gefahrenpotential zu erkennen.

Insgesamt wurden etwa 20 (!) juristisch nötige Vorgaben zur Durchführung der Loveparade 2010 ignoriert oder mit politischer Macht „geradegebogen“, den Kritikern im Vorfeld wurde mit politischem Druck der Mund verboten. All das hätte INDECT also vermeiden können. Spannend!

Fazit

Wenn es mittlerweile zum „guten Ton“ gehört, dass man Katastrophen dieser Art, die sich durch ordentliche und sachgemäße Arbeit absolut hätten verhindern lassen können, dazu zu nutzen, Überwachungsinstrumnte flächendeckend einzusetzen, sollte uns als Bürger das besonders alarmieren. Politiker, die versuchen mit emotionalem Druck ihre Ideen umzusetzen, aus welchen Gründen aus immer, sollten wir mit vereinten Kräften des politischen Banketts verweisen. Wenn Fakten, die so klar aufgearbeitet wurden wie in Dusiburg, so verdreht werden, dass man sich moralisch beinahe gezwungen sieht, Entwürfen dieser Art zuzustimmen, wird der Aufschrei nach vollständiger Transparenz umso größer.

Diese ekelhafte und verwerfliche Verfehlung von Antonio Tajani kritisiere ich massiv.

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Ein Kommentar zu “„Mit INDECT kann man Tote vermeiden“

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