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Dinge die mir auf den Sack gehen.


Meine Mutter hat mir als Kind immer gesagt, ich soll nicht so ungeduldig und grantig sein, wenn was nicht gleich so klappt, wie ich das will.
Ich glaube, meine Mutter kann heute etwas beruhigter schlafen. Aber es gibt schon einige Dinge, die mir wirklich unglaublich auf den Sack gehen.

Aktuell gehört dazu definitiv die Nazi, Holocaustleugner, Meinungsfreiheitsdebatte in der Piratenpartei.
Ich bin für Meinungsfreiheit, ich bin dafür, dass jeder Mensch seine Meinung kund tun kann und ich bin gegen Zensur.
Ich will, dass man den Mund aufmachen kann, sich trauen kann, auch in stürmische Gewässer zu segeln und sich sicher sein kann, dass es immer jemanden gibt, der einen zum richtigen Zeitpunkt zurück in den Hafen holt.
Das gilt ausnahmslos. Fast. Ein Oxymoron.

Wenn jemand behauptet, dass der Holocaust nie stattgefunden habe, kann ich diesen Menschen nicht weiter ernst nehmen.
Ich halte ihn dann vielleicht noch nicht mal für blöd oder unintelligent. Ich halte ihn eben für einen Trottel, einen nicht weiter relevanten Trottel, der offenbar nichts besseres zu tun hat, als zu polarisieren, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Da mache ich es mir zu einfach, denn eigentlich sollte man diesen Menschen mit aller Kraft entgegentreten. Ich habe aber in meinem Leben bisher weder jemanden getroffen der das getan hat, noch jemanden getroffen, der eine solche Aussage verteidigt hätte. Und eigentlich ist es dann ja auch so, dass jede Argumentation nutzlos sein muss. Denn wer bin ich, dass ich glauben könnte, ich könne ihn dann als Einzelperson vom Gegenteil überzeugen, obwohl ganze Wissenschaftsstäbe das lange getan haben. Der Holocaust fand statt, jede andere Behauptung ist lächerlich.

Ich will aber gar nicht so sehr auf den Holocaustleugner an sich eingehen.
Was mich für mich persönlich ärgert ist, dass wir kluge Köpfe in der Partei haben, die viel sinnvolles sagen und denken. Und sich in ihrem Streben nach Meinungsfreiheit in Fahrwasser begeben, die einfach nicht durchdacht oder hinterfragt genug sind.Mich ärgert, dass ich dann konsequent sein will, muss, und eigentlich nicht akzeptieren kann, dass sich jemand aus der eigenen Partei beinahe schützend vor einem Holocaustleugner aufbaut, im Namen der Freiheit! Im Namen der Piraten! Arrrr!

So eine Scheisse. Kann man da nicht einfach mal kurz nachdenken, differenzieren, reflektieren und dann zu dem Schluss kommen:
Nein! Das Recht den Holocaust zu leugnen kann ich nicht unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit stellen. Punkt! War es nicht so, dass die eigene Freiheit dort enden sollte, wo ich die eines anderen beschneide?
Wie fühlt es sich wohl für die Opfer der Shoah an, wenn sie hören müssen, dass ihr Leid nie stattgefunden haben soll? Wie fühlt es sich wohl für die Kinder der Opfer an, wenn man ihnen sagt: „Keine Ahnung was da passiert ist. Aber einen Massenmord gab es da nie“. Wenn das die Interpretation der Meinungsfreiheit einiger in der Partei ist, dann, ja, sollte sich das Schiedsgericht da künftig strikter verhalten. Ich will keine direkte Position zu einem Parteiausschluss beziehen, ich habe auch keine Lust das „Gate“ noch weiter auszubauen. Ich wünsche mir für die Zukunft einfach nur, dass sich jeder dieser Problematik bewusst wird. Meinungsfreiheit hat Grenzen, so schlimm das für einige sein mag.

Und damit ist dann nicht genug. Irgendjemand schreibt, wenn man den Kontext kennt, ist es zu relativieren, dass wir in der Partei kein Problem mit Nazis hätten.
Und das ist schlicht falsch. Es ist falsch gedacht und es ist falsch formuliert.
Ich habe in meiner Zeit als Pirat in den eigenen Reihen nie einen Nazi, Transphobiker, einen Sexisten oder Homophobiker getroffen. Aber das muss ich auch gar nicht. Denn die stellen sich ja selbst zur Schau.
Dann zu behaupten, wir hätten kein Problem mit Nazis ist für mich eine Farce. Es mag schon sein, dass wir keine Gruppen haben, die sich dem braunen Gesocks zugehörig fühlen. Es ändert aber nichts daran, dass die Aussagen, die manchmal fallen schlicht auch NS Propaganda hätten sein können.

Dann zu behaupten, dass das kein Problem wäre, setzt dem Ganzen die Krone auf. Doch! Es ist ein Problem. Und nur um der lieben Frieden willen, nur damit wir „in Ruhe arbeiten“ können, dürfen wir das nicht ignorieren. Wir können diese Thematik weiter versuchen auszusitzen, oder uns künftig klar von Aussagen dieser Art distanzieren – inhaltlich wie personell.
Ich bin für beides. Und jeder einzelne, der Unfug dieser Art redet, ist ein Problem. Alles andere zu behaupten, bringt mich wieder zu Punkt I: Ich kann diese Menschen nicht ernst nehmen. Damit einher geht dann leider auf lange Sicht auch, dass ich meinen Respekt vor ihnen verliere.

Ich sage es also auch hier:

Kein Fußbreit den Faschisten! Weder in der Partei, noch irgendwo anders.

LG

Pinny

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