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Artikel 4 und andere Lächerlichkeiten


Da stellt sich der Jockl (in Bayern die Kurzform für „Joachim“, für die Nordlichter) ernsthaft hin und erzählt einen davon, dass „Multikulti gescheitert“ wäre.
Ja sauber, Herr Innenminister!

Zitat:
„Wer nicht fest mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, kann kein verlässlicher Partner unseres Staates sein.“

Mit dem Spruch beruft sich der Herr Herrmann auch auf den Artikel 4 des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Da steht unter anderem folgendes drin:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Da hat er gut aufgepasst, der ehemalige Student der Rechtswissenschaften.
Was hat er denn noch gesagt?
Schau mer mal. Ach, da, 2010:

„Ein Kruzifix-Verbot ist völlig indiskutabel“

Spannend, alles. Aber kann es nicht sein, dass sich eine, wie Herrmann sagte, „andersdenkende Minderheit“ dadurch in ihrer Religionsfreiheit beschnitten fühlt?
Und warum ist es dann eigentlich so, dass die Menschen in Deutschland am gestrigen Karfreitag nicht tanzen durften? Noch nicht mal  Schach spielen war erlaubt! [Siehe http://bit.ly/H4pnGd ]
Und das Kopftuchverbot, da war der Herr Herrmann, der sich ja so sehr nach dem Respekt gegenüber dem Artikel 4 im GG sehnt, gleich dabei.
Aber wenn an den urbayerischen Mädchenrealschulen in jedem Klassenzimmer eine Nonne steht und ihren Unterricht hält, dann ist das sicher völlig in Ordnung, die tragen ja schließlich ihre Gewänder als Zeichen der Ehre und nicht als Zeichen der Unterschiede zwischen Mann und Frau. Und es ist sicher auch so, dass jede Frau, jede Lehrerin und jedes Mädchen ihr Kopftuch nur unter Zwang trägt.

Ich bin gar nicht ganz sicher, wessen Intergration da eigentlich gescheitert ist und scheitert.
Die von einem Großteil unserer Mitbürger mit Mirgationshintergrund, oder die vom Jockl, der offenbar mit seinem aus tiefbraunem Holz geschnitztem Prunkwagen noch immer nach dem Zubringer zur Inklusionsautobahn sucht.

Und ich dachte damals, als ich diesen Schrott gelesen habe, den er übrigens ebenfalls 2010 verzapft hat:

„Joachim Herrmann (CSU) mahnte allerdings bei muslimischen Zuwanderern «Respekt gegenüber unserer christlich-abendländischen Werteordnung» an. Herrmann kritisierte: «Bei manchen Muslimen gibt es hier zum Teil deutliche Defizite.»“

das ist halt ein Ausrutscher. Das hat er so im Affekt gesagt. Am Arsch. Der meint das wirklich ernst! Defizite! Mir brennt der Frack ab!

Da beruft sich im Jahre 2012 einer auf das Grundgesetz, will den Bürger glauben machen, er würde die Werte und Grundrechte einer modernen Gesellschaft vertreten, sich rechtstreu und integrationsbereit verhalten und behauptet dann allen Ernstes, es würde Defizite bei den Muslimen geben?!

Herr Herrmann:

Bitte nehmen Sie Ihren Hut und lassen Sie es endlich gut sein. Sie haben nichts verstanden. Sie verstehen den Artikel 4 des GG nicht. Da können Sie auch noch 34 Semester der Rechtswissenschaft hinter sich bringen.
Bei den Muslimen gibt es keine „Defizite“, sondern eine Kultur. Und auch wenn es Ihnen nicht passt: Sie gehört bereits zu Deutschland. Dass SIE sich dabei nicht integrieren wollen, ist Ihr Problem.

Liebe Grüße
Pinny

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Ein Kommentar zu “Artikel 4 und andere Lächerlichkeiten

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